Festwoche mit verschiedenen Events vom 09.06.2016 bis 13.06.2016

791 - 2016

Eine Stufe weiter gegangen   Konzert ”Meelstaa” verbindet Platt mit virtuoser Musik DAUTPHETAL-DAUTPHE Nicht nur, wer vor rund 20 Jahren in Dautphe das "Fäägmeel"- Konzert beim "Dialektfrühling" im Hinterland erlebt hat, sollte die neue Mundart-Formation "Meelstaa" am Samstag, 9. April, auf keinen Fall verpassen.  Drei von vier:  Jens Jens Schneider, Berthold Schäfer  und David Domine sind "Meelstaa". Bassist Clemens Goth hat gerade die Grippe.  ( Foto: Koelschtzky )                                                              Zum 20. Geburtstag des Vereins "Dialekt im Hinterland" gibt es zu heimischen Texten virtuose Musik. "Meelstaa" ist die Weiterentwicklung der legendären Formation "Fäägmeel" um den Mundart-Dichter Siegward Roth und den Musiker Berthold Schäfer, der auch der Gründer der neuen Gruppe ist. "Irgendwie machen wir schon noch das Gleiche, und irgendwie auch überhaupt nicht", sagt er. Schäfer macht seit fast 50 Jahren Musik, auch viele der Melodien für die Mundart-Lieder von "Fäägmeel" hat er geschrieben. "Meelstaa" ist nicht nur im Prozess der Getreideverarbeitung, von der Reinigung mit der Fegmühle zur Verarbeitung mit dem Mühlstein, eine Stufe weiter. Das Mittelhessische sei als Musiksprache ja nicht gerade populär, bedauert Schäfer. "Bayrische Musik kann man in jedem Festzelt hören. Aber mittelhessische Musik gibt es nur bei uns." Das ärgert Schäfer, der wie Mandolinen- und Gitarrespieler Jens Schneider mit der heimischen Mundart groß geworden ist. "Das muss mit dem Selbstbewusstsein zusammen hängen. Jeder ist stolz auf seinen Dialekt und spricht ihn einfach. Nur das Mittelhessische galt in meiner Generation auf einmal als Sprache angeblich dummer Bauern." "Aber unsere Sprache ist zu schade dafür, dass man sich damit höchstens noch mal an Fasching über uns lustig macht. Es ist unsere Sprache, unsere Form, uns auszudrücken", sagt er. Gerade für Musik sei der heimische Dialekt besonders geeignet, findet Schäfer. Mit der Gruppe "Fäägmeel" hätten sie die heimische Mundart wieder salonfähig gemacht, ist Schäfer überzeugt. 2005 war aus gesundheitlichen Gründen Schluss mit der Band. Aber die heimische Mundart ließ Schäfer nicht los. Als er David Domine kennenlernte, kam die neue Band in Fahrt. "David hat gleich vorgeschlagen, wir sollten zusammen weitermachen. Er wollte immer schon das Fäägmeel-Zeug spielen, wie er es nennt." "Wir machen keine Karnevals-Musik, wir machen ernsthafte Musik mit Texten im heimischen Dialekt" David Domine, gebürtig auf Hawai, spielt als Profi in sechs verschiedenen Bands, "Meelstaa" ist aber etwas besonders für ihn, sagt er. Er hat seine Heimat in der Musik und den Mundart-Liedern einen melancholischeren und melodischeren Gestus eingehaucht. Es steht den Dialekt-Texten gut. Jens Schneider macht auch schon über 30 Jahre Musik, vor allem irischen Folk, unter anderem mit "Scapa Flow". "Nach all den Jahren spiele ich nun zum ersten Mal in meinem Leben wirklich authentische Musik", sagt er. "Nämlich die Musik von da, wo ich herkomme."  Als David dann noch den Bassisten Clemens Goth "anschleppte", damit er selbst in der Band wieder Gitarre spielen kann, war die Besetzung von Meelstaa" perfekt. Und sie passt, so wie sie ist. Die Stücke sind bisher noch die von Fäägmeel, die Musik hat sich deutlich entwickelt. "Bei so tollen Musikern können wir jeden Stil spielen, auf jede Musiktradition zugreifen", freut sich Berthold Schäfer. Und das tun sie: Ob Volkslied, Country, Folk, Irish Folk, Blues oder Rock'n Roll: zum heimischen Dialekt geht das alles. Und es ist ihnen ernst: "Wir machen keine Karnevals-Musik, wir machen ernsthafte Musik mit Texten im heimischen Dialekt", sagt Schäfer. Zum 20. Geburtstag des Vereins "Dialekt im Hinterland" kommt Schäfer mit seiner Band endlich wieder ins Hinterland. Karten für das Konzert am Samstag, 9. April, ab 20 Uhr im Bürgerhaus Dautphe, gibt es für zehn Euro in den Geschäftsstellen der VR-Bank in Biedenkopf, Breidenbach, Dautphe, Gladenbach und Niedereisenhausen. Quelle: http://www.mittelhessen.de
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